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Krippenpädagogik

Krippenpädagogik

Seit September 2009 verfügt unsere Einrichtung über eine eigene Krippengruppe. In dieser Gruppe werden 12 Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren von Gruppenleitung  Heike Friedmann,  B.A. Pädagogik, mit dem Schwerpunkt Elementarpädagogik, und Kinderpflegerin Christine Rauscher betreut.

Der Besuch einer Krippe hat, wie pädagogische Forschungen der letzten Jahre gezeigt haben, einen sehr positiven Einfluss auf die individuelle Entwicklung von Kindern. Besonders kleine Kinder lernen miteinander und voneinander. Ihr Lernen ist dann besonders effektiv, wenn es zusammen mit Gleichaltrigen geschieht.

Von großer Bedeutung ist zudem die vertrauensvolle, verlässliche Bindung an liebevolle Betreuungs­personen. Dazu kommen wichtige Aspekte der Selbsterfahrung: Das Kind soll sich erleben als liebens­wert und liebesfähig, als kompetent und selbstbestimmt, als fähig zu Problemlösung und zur Bewälti­gung alltäglicher Herausforderungen. Diese Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen ist Kernpunkt unserer pädagogischen Arbeit in der Krippe.

Die Betreuung und Förderung von Kindern unter drei Jahren muss zum Teil anders konzipiert sein als die Betreuung der Kindergartenkinder. Krippenkinder haben entwicklungsbedingt andere Bedürfnisse als ältere Kinder. Dies betrifft nicht nur ihr individuelles Schlaf- und Ruhebedürfnis, ihr Essensverhalten und die Hygiene, sondern auch und vor allem die Art und Weise der Kommunikation und des sozialen Lernens.

Mit dem ersten Tag in der Krippe beginnt für Kinder und Eltern ein neuer, aufregender Lebensabschnitt. Da wir jedoch wissen, wie unterschiedlich die Persönlichkeiten der Kinder sind, lassen wir den Kindern und Eltern ausreichend Zeit, den Krippenalltag gemeinsam kennen zu lernen. Die Familien „schnuppern“ in der Regel mehrere Wochen lang, auch die eigentliche Eingewöhnungsphase verläuft behutsam und individuell in Absprache mit den Eltern.

In der Krippe erleben die Kinder einen festen Tagesablauf, der ihnen Sicherheit und Orientierung gibt. Zwischen 7.00 und 9.00 Uhr kommen die Kinder in die Krippe, sie suchen sich ihre Spielmöglichkeit selbst und kommen im gemeinsamen Alltag an. Der anschließende Morgenkreis begrüßt alle Kinder in der Gruppe und weist auf Besonderheiten des Tages hin. Nach dem gemeinsamen Frühstück bieten wir gezielte Beschäftigungsmöglichkeiten an. Nach dem Mittagessen um 11.30 Uhr ruhen sich die Kinder im gemeinsamen Ruheraum aus, gerne mit vertrauten Gegenständen von zu Hause (Kuscheltier, Schnuller etc.), anschließend haben sie erneut bis zum Abholen die Möglichkeit zum Freispiel. Da wir die Ruhezeit am individuellen Schlafrhythmus der Kinder ausrichten, können sich die Kinder natürlich auch schon früher ausruhen. Der Tag in der Krippe verläuft ruhiger und in gemächlicherem Tempo als in den Kindergartengruppen. Das gibt uns die Möglichkeit, die besonderen Bedürfnisse der Kleineren zu erfüllen.

Einen großen Stellenwert für Kinder dieses Alters hat ihre sprachliche Entwicklung. Wir schaffen eine liebevolle, sprachanregende Umgebung für die Kinder, wir fördern ihre Wahrnehmung mit allen Sinnen und das gemeinsame Sprechen über ihre Erfahrungen. Allen Kindern wird Zeit gegeben, sprachlich zu reagieren und zu agieren, ihren Wortschatz zu erweitern und Spaß an der Kommunikation zu erfahren. Wir bieten den Kindern Sprachanlässe im Einzel- wie im Gruppengespräch und fördern ihre Sprachentwicklung durch Lieder und Reime, Fingerspiele, altersgerechte Bilderbücher und Geschichten.

Die Wahrnehmung des eigenen Selbst und der Aufbau einer positiven Identität gehört zu den wichtigsten Förderzielen in diesem Alter. Wir geben den Kindern dabei Unterstützung, z. B. durch Gestaltung von „Ich-Büchern“ oder zielgerichtete Lernspiele vor der kindergroßen Spiegelwand.

Die Entwicklung der Körperpflege hängt eng mit der Wahrnehmung des eigenen Körpers zusammen. Die Kinder werden behutsam dazu ermuntert, Stück für Stück selbst ihre Körperpflege zu übernehmen, soweit ihnen dies schon möglich ist. Die Hände und das Gesicht vor und nach dem Essen zu waschen wird auf diese Weise ebenso wie das Händewäschen nach dem Toilettengang und das Zähneputzen allmählich zur Selbstverständlichkeit. Das Wickeln ist nicht nur eine notwendige pflegerische Maß­nahme, sondern gibt uns die Gelegenheit zu emotionaler Zuwendung und Kommunikation. „Sauber-Werden“ nach einem festen Zeitplan gibt es bei uns nicht. Wir achten darauf, dass den Kindern der Wechsel von der Windel zur Toilette selbstbestimmt gemäß ihrem individuellen Entwicklungsstand gelingt – immer ohne Zwang.